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28 Mar, 2024

Fibromyalgie und Schmerz: Optimierung der Patientenversorgung mit Cannabis-basierten Arzneimitteln

Densborn, 26. März 2024. Der Einsatz von medizinischem Cannabis in der Schmerztherapie wird unter Patientinnen und Patienten immer bedeutender. Für Schmerz- und Palliativmediziner ist es daher wichtig, sich eingehend mit dieser Form der Therapie auseinanderzusetzen, um möglichst evidenzbasiert Therapieentscheidungen treffen zu können. Hilfestellung leistet dabei die Arbeit von Prof. Dr. Alan Bell, Toronto, rund um den Einsatz von medizinischem Cannabis in der Therapie von chronischen Schmerzen in der Praxis, die er anlässlich des Schmerz- und Palliativtages 2024 vorstellte.1 Zur Studienlage rund um den Einsatz Cannabinoid-basierter Therapien in der Indikation Fibromyalgie referierte Dr. Horst Bettstetter. Sein Fazit: Ein individueller Therapieansatz sowie die enge Zusammenarbeit von Arzt und Patient können dazu beitragen, Fibromyalgie-bedingte Schmerzen zu reduzieren und damit die Lebensqualität der Patienten signifikant zu steigern.

Global betrachtet, leidet eine aus fünf Personen an chronischen Schmerzen.1 Diese gehen häufig einher mit z. B. Schlafproblemen, Angstzuständen und / oder Depressionen und werden häufig mit Opiaten behandelt.1 Doch es gäbe weitere Therapieansätze, unter anderem mit Cannabinoiden, die bei diesen Krankheitsbildern sowie bei chronischen Schmerzen und Entzündungen wirken können, so Prof. Dr. Alan Bell, Experte im Bereich der Cannabis-basierten Medizin, anlässlich des Schmerz- und Palliativtages 2024. Leider seien diese Ansätze bisher nur wenig verstanden und viele Mediziner klagen über Informationsknappheit, weswegen Bell den Bedarf für seine praxisorientierten Leitlinien sah. Vorteile der Therapie, aber auch potenzielle Nachteile und Risiken werden hier beleuchtet.1 So wertete die Arbeitsgruppe rund um Bell knapp 5.000 Publikationen aus und entwickelte daraus einen Leitfaden, der sowohl über die Effektivität, Toleranz und Sicherheit als auch über Lebensqualität, Patienten-Feedback und Funktionalität informiert. Zudem sind praktische Anwendungshilfen für die Medikation von chronischen Schmerzen und damit verwandten Indikationen enthalten.

Leitfaden für die klinische Praxis Cannabis-basierter Arzneimittel

Aus den vielen untersuchten und ausgewerteten Publikationen leitete das Team um Bell für ausgewählte Indikationen mit einhergehenden Schmerzen Empfehlungen ab, ob und in welcher Form Cannabinoide zur Behandlung einsetzbar sind. Unter die in den Guidelines behandelten Indikationen fallen unter anderem chronische Schmerzen, Multiple Sklerose, Arthritis, Fibromyalgie, Migräne und HIV. So kann bei der Suche nach der geeigneten Therapie gezielt vorgegangen werden. Aus den jeweils auf die Indikation zutreffenden Studien sind außerdem Empfehlungen abgeleitet, die Ärzten eine Einordnung und Orientierung bieten sollen. Die Empfehlungen sind entweder stark oder schwach und stützen sich auf die Evidenz der Studienlage, die in ihrer Qualität als sehr gering, gering, moderat oder hoch eingestuft werden. Im Anschluss an die Empfehlungen, in welcher Form und für welche Indikationen die Cannabinoid-basierten Arzneimittel eingesetzt werden können, führt die Veröffentlichung auch Orientierungshilfen für die praktische Anwendung auf. Diese sind auf die bestmögliche Applikationsart, die Zusammensetzung der Cannabinoide, die Dosis und die Begleitung der Therapie ausgerichtet.1

Cannabinoide bei Fibromyalgie – rechtfertigen die Daten eine Therapie?

Aufbauend auf der Arbeit von Bell und seinem Team kann für einzelne Diagnosen im Sinne der Cannabinoid-basierten Medizin weiter in die Tiefe gegangen werden. Insbesondere unter dem diesjährigen Motto des Schmerz- und Palliativtags „Rückenschmerz: gestern – heute – morgen“ können mögliche Cannabinoid-basierte Therapieansätze für Indikationen wie das Fibromyalgie- Syndrom (FMS) näher betrachtet werden. Mit Dr. Bettstetter sprach zu diesem Thema ein Experte. Er gab in seinem Vortrag Einblicke in die zugehörigen neuesten Studienerkenntnisse und lieferte praktische Anwendungsbeispiele. Das FMS sei charakterisiert durch diffuse muskuloskelettale Schmerzen mit Fatigue und Schlafstörungen. Die Schmerzschwelle der Patienten sinkt und gleichzeitig entsteht eine erhöhte Schmerzwahrnehmung. Laut Bettstetter sei inzwischen die Hypothese aufgestellt worden, nach der ein Mangel an Endocannabinoid-Aktivität eine Rolle in der Pathophysiologie der Fibromyalgie spielen könnte. Mit Hilfe von Studien legte Bettstetter dar, inwiefern Cannabinoid-basierte Therapieansätze sich auf die Empfindung der Schmerzintensität, der Lebensqualität und die Abnahme der Opioid-Medikation auswirken. Die Studien zeigen je nachdem, welches Cannabinoid zur Medikation verwendet wird, bei FMS-Patienten eine signifikante Verbesserung der Schmerzintensität, des mentalen Zustands oder Auswirkungen auf deren Schlaf. In einer von ihm initiierten übergreifenden und interdisziplinären Studie konnte gezeigt werden, dass die Schmerzintensität bei mit THC behandelten FMS-Patienten sinkt und die Lebensqualität signifikant steigt.2

Dr. Bettstetters Fazit für die Praxis lautet: Er habe die Erfahrung gemacht, dass eine Cannabinoid- basierte Therapie beim FMS einen signifikanten Einfluss auf den Therapieerfolg haben kann und dass eine solche Therapie immer individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst werden muss, was eine intensive Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient voraussetzt.

Bell betont ergänzend die Wichtigkeit von Forschung und Studien für die Cannabinoid-basierte Schmerztherapie und legt bei all seinen Empfehlungen Wert darauf, dass für jeden Patienten ein individueller Therapieplan erstellt werden solle. Ebenso sei ein „start low, go slow“-Ansatz ideal, um die optimale Dosierung für jeden Patienten zu finden. Dem stimmt auch Bettstetter zu. Aus seinen Erfahrungen leitet er ab, dass ein Start mit niedriger Dosierung, schrittweiser Titration und viel Geduld am meisten Erfolg verspräche und eine Cannabinoid-basierte Therapie am besten schon früh begonnen werden solle.

Über Tilray Medical

Tilray Medical hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebensqualität von Patienten auf der ganzen Welt zu verbessern, Leben zu verändern und Patienten durch einen sicheren und zuverlässigen Zugang zu einem globalen Portfolio medizinischer Cannabisprodukte zu mehr Würde zu verhelfen. Tilray entwickelte sich von einem der ersten Unternehmen, das als lizenzierter Hersteller von medizinischem Cannabis in Kanada zugelassen wurde, bis hin zum Bau der ersten GMP-zertifizierten Cannabisproduktionsanlagen in Europa, zunächst in Portugal und später in Deutschland. Heute ist Tilray Medical einer der größten Versorger im Bereich medizinischer Cannabisprodukte für Patienten, Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken, Forschungseinrichtungen und Regierungen in über 20 Ländern und auf fünf Kontinenten.

Für weitere Informationen zu Tilray Medical, besuchen Sie www.tilraymedical.de

 

1 CBell Alan D, et al. Clinical Practice Guidelines for Cannabis and Cannabinoid-Based Medicines in the Management of Chronic Pain and Co-Occurring Conditions, Cannabis Cannabinoid Res, 2023 Mar 27. doi: 10.1089/can.2021.0156. Online ahead of print.

2 Bettstetter H, et al. Retrospektive Untersuchung zu Veränderungen von Schmerz, psychosomatischen Variablen und Analgetikaverbrauch im Verlauf einer interdisziplinären multi- modalen stationären Schmerztherapie (IMST), 2023. Schmerz DOI 10.1007/s00482-023-00727-4

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